Kurzreview: ALIEN: COVENANT

von Bastian von Pfister

Da der Frust nach dem gestrigen Kinobesuch noch ziemlich groß ist, erst mal nur einige Dinge, die ich in „Alien: Covenant“ definitiv nicht sehen wollte (Spoiler):

  • Ein Android, der einem anderen Androiden das Flötenspielen beibringt.
  • Ein Android, der einen anderen Androiden erst küsst und dann seine Martial-Arts-Skills auspackt.
  • Eine Tonalität, die sich nicht zwischen „Alien“ und „Prometheus“ entscheiden kann.
  • Figuren, die mir allesamt am Arsch vorbeigehen (die Tatsache, dass Scott mittlerweile sogar einen YouTube-Prolog braucht, um seiner Crew zumindest ein Mü Charakterzeichnung zu geben, spricht bereits Bände).
  • Ein uninspiriertes, um nicht zu sagen saudummes Drehbuch, das die wenigen (halbwegs) interessanten Ansätze aus „Prometheus“ sprichwörtlich weg bombt (ausgerechnet von dem Charakter, der im ersten Teil noch ein großes Interesse an Antworten hatte) und dem Alien-Universum nun überhaupt gar nichts interessantes mehr hinzuzufügen hat.
  • Nicht ein, sondern gleich zwei Crewmitglieder, die in der denkbar ungünstigsten Situation in derselben Blutlache ausrutschen.
  • Ein Crewmitglied, das sein Gesicht in ein sich eben geöffnetes Alien-Ei hängt, NACHDEM er gerade ein ausgewachsenes Exemplar getötet hat.
  • Ein Prequel, das teilweise die eigene Mythologie ignoriert, nur um sie seiner gehetzten Dramaturgie anzupassen. So verringert sich die Zeit zwischen Facehugger und ausgewachsenem Alien schnell mal von mehreren Stunden auf wenige Minuten.
  • Eine Chestbursterszene, die (dank schaurigem CGI) schlechter aussieht als im Original vor fast 40 Jahren.
  • Ein gestikulierendes Alien-Baby.
  • Ein Alien, das man ständig sieht und von dem man meistens genau weiß, wo es gerade ist, damit auch ja keine Spannung aufkommt.
  • Eine Crew, die, nachdem sie gerade viele Crewmitglieder auf schreckliche Weise verloren hat und sich einen Kampf mit einem Alien auf einem fliegenden Schiff geleistet hat, erst mal dumme Sprüche reißt bzw. sich in der Dusche zu entspannten Soul-Klängen der Liebe hingibt.
  • Ein Finale, das unspannender und unspektakulärer kaum ausfallen könnte und damit endet, dass das Alien zum mittlerweile 4. Mal in den Weltraum geblasen wird.
  • Ein Schluss-„Twist“, den wohl sogar der unerfahrenste Kinogänger schon eine halbe Stunde vorher durchschaut hat.
  • Ein Ende, das bereits den nächsten Teil einläutet, auf den ich mich jetzt allerdings genauso freue, wie auf einen dritten Teil von AvP.

Fazit: Ridley Scott demontiert sein eigenes Baby und zeigt ein weiteres Mal, dass er a) sein Mojo schon vor langer Zeit verloren hat und b) scheinbar nie verstanden hat, was seinen eigenen Film so großartig gemacht hat.

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3 Gedanken zu “Kurzreview: ALIEN: COVENANT

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