3 gute Gründe, sich KINDER DES ZORNS 3 – DAS CHICAGO MASSAKER anzuschauen!

My feeling. . . (for most movies made from his books) is like a guy who sends his daughter off to college. You hope she’ll do well. You hope she won’t fall in with the wrong people. You hope she won’t be raped at a fraternity party, which is pretty well what happened to Children of the Corn.

Wie seinem Zitat aus dem Buch „The Films Of Stephen King“ zu entnehmen ist, ist Autor und Schöpfer der Mais-Kinder Stephen King kein großer Fan der Filmadaption seiner Kurzgeschichte. Aber hey, das ist er von Kubricks „Shining“ auch nicht. Ich kenne die literarische Vorlage nicht, aber die „Children of the Corn“-Reihe, die es bis heute auf erstaunliche oder je nach Betrachtung unerklärliche Weise neun Filme – inklusive TV-Neuverfilmung – gebracht hat, bildet nicht wirklich ein Highlight in der Liste filmischer Adaptionen der King-Romane.

Teil 1 punktet durch seine Atmosphäre, aber verschenkt sein Potenzial. Schon das Setting – eine verlassene Kleinstadt mitten im Nirgendwo – hätte einiges mehr an Suspense hergegeben. Hauptdarstellerin Linda Hamilton hatte mit dem im gleichen Jahr veröffentlichten „Terminator“ zumindest mehr Erfolg. Scheinbar erkannte man, dass da noch einiges aus den Landeiern rauszuholen ist, also schob man acht Jahre später mit „Tödliche Ernte“ den zweiten Teil nach. Hier erzählte man im Prinzip die gleiche Story, kurbelte den Härtegrad aber etwas an, um über teils banale Darstellungen und triviale Dialoge hinwegzutäuschen. Die Kontaktlinsen von Micah – dem „neuen“ Isaac – sind dafür ordentlich respekteinflößend. Als junger Splatterfreak hat er mich bezüglich seiner Gewaltspitzen vor Jahren noch ganz gut unterhalten, nach einer erneuten Sichtung vor kurzem fällt mein Urteil nicht mehr so positiv aus. Wer auf leichte, kurzweilige Horrorkost steht, keine großen Ansprüche hat und sowieso nicht im Stande ist, etwas produktives anzustellen, weil er den Sonntag noch halb im Delirium vor sich hinsabbert, macht mit der Fortsetzung jedenfalls nichts falsch.

Zwar spielte das Sequel mit knapp $7 Mio. nur halb so viel ein wie der erste Teil und obwohl der englische Untertitel „The Final Sacrifice“ einen endgültigen Abschluss vermuten lässt, gab irgendein Scherzkeks grünes Licht für eine weitere Fortsetzung. Ein granatenstarker Running Gag, der erst 2011 einen Bart hatte, als der bis heute letzte Teil („Genesis“) erschien. Genrefans wissen natürlich, dass ein „final“ im Titel nicht zwangsläufig das Ende einer Erzählung bedeutet. Fragt mal Jason Voorhees! Zurück ins Jahr 1993, dem Jahr, in dem Teil 2 in den US-Kinos startete und eifrig an seinem Nachfolger gearbeitet wurde, auch wenn er es erst zwei Jahre später als Direct-To-Video-Veröffentlichung an die Öffentlichkeit geschafft hat. Die Prämisse war bekannt und man war sich der Qualität und Reputation seiner beiden Vorgänger bewusst. Also warum sich etwas vormachen anstatt auf die Kacke zu hauen? In der Beziehung macht „Urban Harvest“ (also Teil 3) einiges richtig und das hat folgende Gründe:

Aus dem Maisfeld in den Asphaltdschungel

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© Capelight Pictures

Man traf die weise Entscheidung, das öde Kuhdorf hinter sich zu lassen, weil eh alle tot waren, und die Handlung und letzten Überlebenden – zwei Waisen – in die Großstadt zu verfrachten. Also begab man sich, wie es der deutsche Untertitel „Das Chicago Massaker“ schon sagt, nach Los Angeles. Dort fanden die Dreharbeiten statt, im Film spielt sich natürlich alles in der titelgebenden Metropole ab. Solange man den Kölner Dom nicht nach Frankfurt verlegt

Die Geschichte vom Maisgott und seinen Jüngern in die Großstadt zu verlagern, verleiht dem Film und der Reihe einen frischen Anstrich, da man sich hier anderen Faktoren ausgesetzt sieht und diese zu eigen machen kann, um die bereits in Teil 2 ausgeleierte Story peppiger zu gestalten. Wie zum Beispiel mit Hip Hop und Basketball, zwei Ende der 80er-, Anfang bis Mitte der 90er-Jahre gern verwendete, beliebte Elemente, um jugendorientierte Filme noch attraktiver fürs zahlende Teenie-Publikum zu machen.

Die Effekte

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© Capelight Pictures

Wie bereits erwähnt, war man sich der inhaltlichen Traktorfahrt bei Schrittgeschwindigkeit durchs faulige Maisfeld bewusst. Also würzte man den 08/15-Plot mit deftigen Schauwerten von Screaming Mad George, der sich bereits in Filmen wie „Predator“, „H.P. Lovecrafts Necronomicon“, „Nightmare on Elm Street“ Teil 3 und 4 sowie „Bride of Re-Animator“ austoben durfte. Aufgeplatzte Köpfe, abgetrennte Arme, herausgerissene Köpfe … wenn wir ehrlich sind, schauen wir uns den Film gerade deswegen so gern an. Das Ding namens Handlung zwischendurch ist solide, aber wenn ein Kopf spektakulär seinem Rumpf entrissen wird, macht der Film seine Daseinsberechtigung innerhalb des Franchises klar. Diese verspielt er fast, sobald das unfreiwillig komische Mais-Monster seinen Auftritt absolviert und Barbie-Puppen futtert. Für Trash-Fans dennoch sehenswert. Nach Teil 3 soll’s wohl weiterhin zur Sache gehen, ich kann aber nur bezüglich des fünften Teils zustimmen, da ich die anderen Sequels nicht gesehen habe.

Der Cameoauftritt

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© Capelight Pictures

Viele Stars aus der A-Riege Hollywoods würden manche Einträge sicher gern aus ihrer Filmographie streichen. Ein nicht unerheblicher Teil unserer Lieblingsschauspieler begann seine Karriere in niedrigbudgetierten Horrorfilmen. Ob George Clooney und Charlie Sheen in der nie fertig gestellten Fortsetzung von Grizzly, Brad Pitt in „Todesparty 2“, Johnny Depp in „Nightmare on Elm Street“ oder Jennifer Aniston in „Leprechaun“ – sie alle läuteten schreiend und/oder blutend ihre Karriere ein. Auch die „Kinder des Zorns“-Filme warten mit ein paar damals mehr oder weniger unbekannten Gesichtern wie Naomi Watts (Teil 4) oder Eva Mendes (Teil 5) auf. Unter den Jüngern im Chicago Massaker befindet sich die damals 18-jährige Charlize Theron. Sie fällt dem Mais-Ungeheuer zum Opfer …

Free at last

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© Capelight Pictures

Während das Gremium der Freiwilligen Selbstkontrolle bestimmt just in diesem Moment darüber schwadroniert, ob der frisch vom Index befreite Teil 1 für Jugendliche geeignet ist, hat der dritte (brutalere) „Kinder des Zorns“ diesen Gang bereits hinter sich. 1995 wurde eine bereits gekürzte Fassung des Films indiziert und verharrte 22 Jahre auf der Liste jugendgefährdender Medien. Im Januar diesen Jahres wurde der Film vorzeitig deindiziert und anschließend von der FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren abgesegnet. Seine deutsche HD-Premiere feierte der Film gemeinsam mit Teil 1 und 2 in einem von Capelight 2014 veröffentlichten, schicken Mediabook. Im Zuge des Releases wandte sich das Label damals an Fans und Sammler, um den deutschen Ton zu rekonstruieren.

Nun erscheint der Film als Einzel-Blu-ray und ist unter anderem auf Amazon erhältlich.

 

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