Garcias Retrospektive: NIGHTMARE III – FREDDY KRUEGER LEBT!

„Welcome To Prime Time, Bitch!“

„A Nightmare on Elm Street 3 – Dream Warriors“ feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum. Die zweite Fortsetzung von Wes Cravens Horrorklassiker lief am 27. Februar 1987 in den USA an, fast ein Jahr später dann auch in den westdeutschen Kinos. Ein Blick auf die deutsche Rezeption.

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Deutsches Kinoposter (© Delta Filmverleih)
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„10 Millionen Amerikaner können nach diesem Film nicht mehr schlafen!“

Der Slogan schreckte wohl mehr Leute ab, als dass er sie ins Kino lockte. Wenn sie überhaupt die Möglichkeit dazu hatten…

Am 7. Januar 1988 lief „Nightmare 3 – Freddy Krueger lebt!“, der – wie es die Zahl im Titel schon vermuten lässt – dritte Teil mit unserem Traummann unter der Regie von Chuck Russell, in Deutschland an. Bei gerade einmal durchschnittlich 17 Kopien pro Spielwoche brachte der Film es auf lediglich 175.000 Kinobesucher in Deutschland. Im Vergleich zu den anderen Beiträgen der Reihe landet er somit im Mittelfeld. Um das kurz klarzustellen: wenn ich von ‚Reihe‘ rede, dann spreche ich von „Nightmare – Mörderische Träume“ bis „Freddy’s New Nightmare“. Das Crossover mit Jason ist für mich ein Spin-Off beider Franchises und das Remake.. nun ja, das Remake ist.. schnell weiter mit dem eigentlichen Thema!

Den stärksten Film der Reihe – sowohl in den USA als auch bei uns – stellte „Nightmare on Elm Street 4“ mit hierzulande knapp 427.000 Zuschauern dar. In der Chartgeschichte folgten anschließend das Original, „Nightmare 5 – Das Trauma“, „Nightmare 2 – Die Rache“ und schließlich Teil 3. Woran lag es? War die Kopienanzahl zu gering? Schlechte Mundpropaganda? Oder beeinflusste die Vermarktung den Erfolg des Films? Immerhin existierte nicht einmal ein deutscher Trailer, weshalb davon auszugehen ist, dass in den Lichtspielhäusern keine Werbung in bewegten Bildern stattfand. Dabei wäre es ein einfaches gewesen, eine eingedeutschte Tafel am Ende des Trailers zu platzieren.

Vielleicht haben wir jemanden unter uns, der mir das Gegenteil beweisen kann und weiß, ob dieser auch in den deutschen Kinos lief.

Robert Englund/Freddy Krueger wurde von Synchronschauspieler Tommi Piper gesprochen. Den meisten ist er aber wohl als die markante Stimme von Alf bekannt. Am häufigsten lieh übrigens Detlef Bierstedt dem Pizzagesicht seine Stimme. In vier Filmen (Teil 1, 4, 5 und „Freddy vs. Jason“) synchronisierte er Krueger. Bierstedt ist die Stammstimme von u.a. George Clooney, Bill Pullman und John C. Reilly.

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Ein halbes Jahr nach dem deutschen Kinostart erschien „Nightmare III – Freddy Krueger lebt“ auf VHS sowohl als gekürzte FSK16-Fassung als auch ungekürzt mit „Nicht freigegeben unter 18 Jahren“. Eine ungeprüfte Variante gab es auch und ist identisch mit der 18er.

Das Branchenmagazin Videomarkt schrieb:

„Gelungener dritter Teil der makabren Horrorfilmserie, dessen gnadenloser Held längst Kultstatus erreicht hat. Perfekte Tricks, ausgefallene Horrorszenen und surreale Bilder aus Freddys Alptraumhölle.“

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© Warner Bros. Pictures

Drei Monate nach Veröffentlichung wurde die ungeschnittene Fassung von der BPjM (damals BPjS) auf die Liste der jugendgefährdenden Medien (bzw. Schriften) gesetzt und erst 2008 rehabilitiert. Seit der Neuprüfung der ungekürzten Fassung ist der Film ab 16 Jahren freigegeben.

Als der Film damals für den Heimkinomarkt herauskam, wurde der Song „Into The Fire“ der Band Dokken, welcher am Anfang und in einer späteren Szene kurz zu hören ist, durch Jay Fergusons „Quiet Cool“ aus dem gleichnamigen Film von 1986 ersetzt. Könnt ihr euch hier anschauen: https://youtu.be/OVASIi13Acs (das Lied im Radio). Die deutsche VHS – zumindest die, die ich besitze – blieb von der Änderung verschont.

Dokken steuerte neben bereits erwähntem Lied auch den Titelsong „Dream Warriors“ bei. Selbstverständlich lässt es sich der Traummann persönlich nicht nehmen, neben Patricia Arquette einen Gastauftritt zu absolvieren. Schließlich spielt sich diesmal alles in einem seiner Träume ab. Mit Kastratenstimme und fülliger Mähne zwingen die Rocker Freddy zu Boden, bis er am Ende aus seinem Albtraum erwacht.

Was bleibt noch zu sagen, außer, dass der dritte Teil meiner Meinung nach die kreativste, fantasievollste und originellste Fortsetzung der gesamten Reihe darstellt. Ich liebe Teil 4 von Renny Harlin fast so sehr wie das Original. Aber dieser hier ist, wenn man es knallhart herunterbricht (bis das Fanherz blutet), neben „Freddy’s New Nightmare“ der einzige Teil, der die Reihe inhaltlich vorangebracht und weiterentwickelt hat.

Das Sequel markierte einen dramaturgischen Wendepunkt innerhalb der Reihe, verwandelte Freddy vom puren Bösen in einen zynischen Sadisten mit kesser Lippe und etablierte die Figur als popkulturelle Größe.

Sowohl vor als auch hinter der Kamera arbeiteten Leute, die keine Unbekannten im Geschäft sind: Patricia Arquette in ihrem Debüt und Laurence Fishburne (damals noch als Larry) vor der Kamera; dahinter Chuck Russell („Der Blob“, „Die Maske“, „Eraser“) als Regisseur und gemeinsam mit Frank Darabont („Die Verurteilten“, „The Green Mile“, „The Walking Dead“) als Drehbuchautor sowie Angelo Badalamenti, seines Zeichens Haus- und Hofkomponist von David Lynch, und natürlich Schöpfer Wes Craven, der nach seiner Abstinenz vom zweiten Teil wieder als Produzent und Storylieferant zurückkehrte.

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© New Line Cinema/Warner Bros. Pictures

Und während die deutschen Kinobesucher vor 29 Jahren den Film gesehen haben, zufrieden einschliefen oder eben keinen Schlaf fanden, befand man sich bei New Line Cinema bereits mitten in den Arbeiten an der Fortsetzung „A Nightmare on Elm Street 4 – The Dream Master“ …

In eigener Sache:

Mein Artikel über die deutsche Rezeption von „Nightmare 3“ auf meinem Moviepilot-Blog  hat es auf die Startseite der Filmseite geschafft:

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… wenige Tage später dann auch auf deren Facebook-Seite:

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