Garcias Kurzreview: LA LA LAND

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© STUDIOCANAL GmbH Germany

Es war hart, all die Lobeshymnen zu ignorieren, die aus dem Freundeskreis kamen und in der Presse kursierten. Aus Angst, der Film könne meine Erwartungen nicht erfüllen, habe ich versucht, den spürbaren Hype so gut es geht zu umgehen. Ich wollte ihn ja schauen, ich wollte nur nicht enttäuscht aus dem Kino gehen.

Gestern habe ich ihn nun gesehen. Und all meine Sorgen wurden von Ryan Gosling und Emma Stone schwungvoll zertrampelt. Von der ersten Minute an wurde ich mitgerissen, der Film hat mich komplett verzaubert. Das fängt schon beim Intro an – noch vor dem Tanz – mit Einblenden der Logos.

Bei Musical-Filmen und/oder Filmen mit einem großen Aufkommen musikalischer Tanz- und Gesangseinlagen bin ich oft zwiegespalten. „Grease“ liebe ich, bei „The Blues Brothers“ ist es unverzichtbar, doch meist reißen sie mich aus der Handlung und erzielen dadurch einen belastenden, überflüssigen Effekt. Doch Regisseur Damien Chazelle schafft es, die Darbietungen harmonisch in die Geschichte einzubetten. Vor einem hinreißenden, bezaubernden Szenenbild lässt er die sichtlich Spaß an ihrer Arbeit habenden Darsteller ausgelassen spielen, singen und tanzen.

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Darüber hinaus verfügt der Film über soviel charmanten, herzlichen Witz. Wenn ein Ryan Gosling in verschärftem 80s-Outfit zu Synthie-Klängen von A-ha und den Flock of Seagulls galant in die Tasten haut und Emma Stone gehässig dazu mitsingt, ist das einfach irre komisch.

Chazelle schafft den Spagat zwischen romantischer Komödie, die nie im Kitsch versickert, und altmodischer Schnulze in modernem Gewand. Seine Musikleidenschaft ist in jeder Minute zu spüren, seine liebevolle auf Film gedrehte Verneigung vor den Technicolor-Filmen dauerpräsent. Mindestens genauso hervorragend ist die Kameraarbeit von Linus Sandgren, die den Zauber einer farbenfrohen Welt in prächtigen Bildern festhält. Die Hommage des Whiplash-Regisseurs an eine Ära, aus der ich – bis auf „Rebel Without A Cause“ – die „falschen“ Filme kenne, um adäquate Vergleiche zu ziehen, ist wunderschönes, klassisches Kino, das verzaubert, einen in seinen Bann zieht und sie ist vor allem das ursprünglichste, was Film auszeichnet: eine Reise in eine Welt voller Magie fernab unseres alltäglichen Lebens.

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In den USA läuft der Film äußerst erfolgreich und hat in seiner sechsten Spielwoche noch keinen Drop hingelegt. Außerdem hat er bereits 7 Golden Globes abgeräumt (Rekord!) und wird bei den Oscars sicher ebenso fulminant abräumen. Auch in Deutschland legte er einen vielversprechenden Start hin. ‚Bogey‘ für über 1.000 Besucher pro Kopie und bester ARTHAUS-Kinostart seit vielen Jahren! Darf und soll gerne so weitergehen für jetzt schon einen der besten Filme 2017!

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