Garcias Kurzreview: GREEN ROOM

© Universum/24 Bilder
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Nachdem der ursprünglich geplante Gig geplatzt ist und ein alternativer Auftritt zu wenig Kohle gebracht hat, bekommt die Punk-Band The Ain’t Rights das Angebot, in einem abgelegenen Schuppen aufzutreten. Schnell merken sie, dass das Klientel vorwiegend aus Skinheads besteht. So professionell wie ein Haufen Punk-Rocker sein kann, absolvieren den kontrovers aufgenommenen Gig trotzdem mit Bravour. Kurz vor Abfahrt ereignet sich allerdings ein folgenschwerer Vorfall, woraufhin die Linken in einem Club voller Rechten gefangen gehalten werden. Die sowieso schon angespannte Lage droht zu eskalieren …

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Besser konnten die Fantasy Filmfest Nights in diesem Jahr nicht zum Abschluss gebracht werden. Green Room ist schonungsloses, dreckiges Genre-Kino, das keine Gefangenen macht. Nach 20 Minuten dachte ich mir: „Okay, wenn sich der Film bis zum Abspann keine groben Schnitzer erlaubt, landet das Ding heute noch auf meinem Amazon-Wunschzettel!“

Soviel sei gesagt: Er ist nur nicht auf meinem Wunschzettel, weil er noch nicht im Sortiment gelistet ist.

Wir haben es hier mit vier Musikern zu tun, die sich dazu entschieden haben, einen eher unkonventionellen Lebensweg einzuschlagen. Das ist nicht immer leicht, aber mit einer Scheiß auf alles-Attitüde kommt man schon über die Runden. Ein paar Schellen hier, ein paar Klatscher da, was ist das schon? So ’ne Rauferei gibt’s immer mal. Aber mit Waffen? No Way! Wenn es allerdings ums nackte Überleben geht, Selbstverteidigungskünste und Messer keinen ausreichenden Schutz mehr bieten, dann wird der Selbsterhaltungstrieb eben mit ’ner Wumme aufrecht erhalten.

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Der Film kommt schnell in Fahrt, man lernt die Bande kennen, begleitet sie bei ihrem Auftritt vor Neo-Nazis und erlebt den Terror, der ihnen widerfährt, mit. So intensiv und schmerzhaft, dass man froh ist, im sicheren Kinosaal zu sitzen. Man fiebert mit, verurteilt die Taten der Antagonisten, findet es aber trotzdem oder gerade deswegen so geil (sorry, eloquenter geht’s in dem Fall einfach nicht), wenn sich das Blatt wendet und mit äußerster Brutalität zurückgeschlagen wird. Zeitweise erinnerte mich die ganze Achterbahnfahrt an Alejandre Ajas ähnlich extremen The Hills Have Eyes. Nachdem die Opfer gepeinigt und gedehmütigt wurden, vergelten sie konsequent Gleiches mit Gleichem.

Mit der Wucht einer Schrotflinte mit abgesägtem Lauf trifft Regisseur Jeremy Saulnier den Zuschauer mitten in die Magengrube! Ein schmutziger, roher Gewalttrip durch den ranzigen Schuppen, der Schauplatz einer kurzweiligen, blutigen Auseinandersetzung wird, die so glimpflich wie ein Kopfschuss ausgeht!

Das ist der erste Film von Jeremy Saulnier, den ich gesehen habe. Green Room hat mir definitiv Lust auf seine anderen Werke gemacht. Wer außerdem Patrick Stewart von seiner bitterbösesten Seite kennenlernen will, sollte sich den Thriller unbedingt anschauen.

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