Gastbeitrag Berlinale 2016 #08 bis #10

von Bastian von Pfister

Da ich in der Videothek die Stellung halten muss, hat sich mein Außendienstmitarbeiter Bastian auf den 66. Internationalen Filmfestspielen in Berlin herumgetrieben und berichtet, was sich – aus seiner Sicht – lohnt und welche Filme nur Pseudo-Arthouse-Langweiler für Möchtegern-Cineasten sind.

 

#08: Where To Invade Next

© FalcomMedia / Filmagentinnen

Der Meister der Selbstdarstellung ist zurück und er ist einseitig, manipulativ und selektiv wie eh und je. Aber eben auch sehr unterhaltsam, teilweise brüllend komisch und manchmal sogar durchaus rührend. Dass „Where To Invade Next“ ein sehr verzerrtes bzw. einseitiges Bild vom „Paradies Europa“ zeigt, dürfte jedem klar sein. Dass er mehr als einmal deutlich übers Ziel hinausschießt, auch. Der Grundgedanke, der hinter alldem steht, ist aber durchaus interessant.

© FalcomMedia / Filmagentinnen

Und wenn Moore damit auch nur eine Handvoll US-Amerikaner dazu bewegen kann, über den Tellerrand zu schauen, hat er sein Ziel ja schon erreicht. Dass es dem Beschwerdeweltmeister Deutschland darüber hinaus durchaus auch mal ganz gut tut, sein Land aus einer anderen Perspektive zu sehen und zu realisieren, dass vielleicht doch nicht alles schlecht ist, schadet sicher auch nicht.

 

#09: Meteorstraße

© credo:film

Ein weiterer typischer Festivalfilm über einen libanesischen Flüchtling, der in Berlin, irgendwo zwischen seinem kriminellen Bruder und einem Motorradclub, versucht, sich selbst zu finden. Ein paar nette Momente gab es, aber wirklich neue Einblicke bzw. interessante Perspektiven sucht man vergebens. „Meteorstraße“ hat mich jedenfalls ziemlich kalt gelassen.

 

#10: Miles Ahead

© Sony Pictures

Glücklicherweise entschied sich Don Cheadle bei seinem Biopic über Jazz-Legende Miles Davis dazu, kein weiteres, auf Fakten basierendes, um Authentizität bemühtes, Aufstieg-und-Fall-Biopic zu drehen, sondern versucht stattdessen, sich über eine fiktive Geschichte, unterstützt durch ein paar grobe Eckpfeiler in Form von Rückblicken, dem Phänomen Davis zu nähern. Wie nahe er dem Künstler damit kommt, kann ich als Nicht-Kenner nicht beurteilen, dass das ganze aber höchst unterhaltsam und für ein Regie-Debüt auch noch unglaublich stilsicher inszeniert ist, kann man nicht leugnen.

© Sony Pictures
© Sony Pictures

Tolle Bilder, großartige Musik und zwei großartige Performances von Cheadle als Miles Davis und McGregor als fiktiver Rolling Stone-Reporter lassen die 100 Minuten wie im Flug vergehen. Mein Interesse an der Person Davis und seiner Musik wurde definitiv geweckt.

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