Gastbeitrag Berlinale 2016 #04 bis #07

von Bastian von Pfister

Da ich in der Videothek die Stellung halten muss, hat sich mein Außendienstmitarbeiter Bastian auf den 66. Internationalen Filmfestspielen in Berlin herumgetrieben und berichtet, was sich – aus seiner Sicht – lohnt und welche Filme nur Pseudo-Arthouse-Langweiler für Möchtegern-Cineasten sind.

 

#04: Aloys

© hugofilm

„Aloys“ ist eine herrlich skurrile One-Man-Show von Georg Friedrich, den ich gerne öfters in einer Hauptrolle sehen würde. Dass er einen Film mit seiner außergewöhnlichen Präsenz mühelos alleine tragen kann, beweist er hier eindrucksvoll.

© hugofilm

Der Film nähert sich mit meditativer Ruhe einem zutiefst einsamen Mann, der sich weitestgehend von der Gesellschaft abgeschottet hat. Manchmal lustig, manchmal dramatisch und mit jeder Menge kleiner toller Ideen, konnte der Film durchgehend überzeugen.

 

#05: Valderama

© Dream Lab Films

„Valderama“ ist ein in allen Belangen typischer Festivalfilm über einen jugendlichen Waisen, der ohne Papiere auf den Straßen Teherans zu überleben versucht. Wirklich falsch macht der Film dabei eigentlich nichts, er hat einen sympathischen Hauptdarsteller und bietet auch ein paar interessante Einblicke in die iranische Unterschicht. Wirklich packen konnte er mich aber auch nicht.

 

#06: Die Kommune

© Prokino Filmverleih

Das neue Feel-Good-Movie von Thomas Vinterberg. „Kollektivet“ erzählt die Geschichte einer dänischen Kommune in den 70ern und ist dabei tatsächlich um einiges verträglicher als Vinterbergs Referenzfilme „Das Fest“ oder „Die Jagd“. Wie nicht anders zu erwarten zeichnet er auch hier eine psychologisch ausgefeilte Studie über das Zusammenleben in einer Kommune, legt den Hauptfokus allerdings auf eine Dreiecksbeziehung zwischen Ulrich Thomsens Charakter, seiner Frau und seiner deutlich jüngeren Freundin.

© Prokino Filmverleih

Gerade diese Dynamik wurde sehr gut eingefangen und vor allem das Porträt der zunehmend depressiv werdenden Ehefrau war großartig. Im Großen und Ganzen vielleicht nicht ganz so eindringlich wie die o.g. Werke, wer aber auf die Filme von Vinterberg steht oder sich generell für die Thematik interessiert, kann hier bedenkenlos zugreifen.

 

#07: News From Mars

© Diaphana

Anfangs überrascht die französisch-belgische Co-Produktion eines deutschen Regisseurs noch mit einigen wirklich witzigen und skurrilen Momenten und liebenswürdigen Charakteren, spätestens ab der Hälfte verliert sich der Film dann aber völlig und kann den anfänglichen Drive nicht aufrecht erhalten. Definitiv einer der schwächeren Kandidaten des bisherigen Festivals.

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