Gastbeitrag Berlinale 2016 #03: Bram Stoker’s Dracula

von Bastian von Pfister

Da ich in der Videothek die Stellung halten muss, hat sich mein Außendienstmitarbeiter Bastian auf den 66. Internationalen Filmfestspielen in Berlin herumgetrieben und berichtet, was sich – aus seiner Sicht – lohnt und welche Filme nur Pseudo-Arthouse-Langweiler für Möchtegern-Cineasten sind.

Diesmal geht’s nach Transsilvanien zu „Bram Stoker’s Dracula“:

© Columbia Tristar
© Columbia Tristar

Dank der Ballhaus-Hommage auf der Berlinale konnte ich Francis Ford Coppolas letzten großen Film endlich auch auf der großen Leinwand erleben. „Bram Stoker’s Dracula“ ist ein Meisterwerk, ein Fiebertraum, der mich jedes Mal aufs Neue komplett in seinen Bann zieht und noch lange nachwirkt. Er ist ein letztes Aufbäumen des Altmeisters Coppola, der hier nochmal alles an kreativer Energie hineinsteckt und mit einer in jeder Hinsicht überbordenden Inszenierung aufwartet. Jede Szene ist so voller liebevoller Details, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Dazu kommt der alles andere als zurückhaltende Score, der einen förmlich in den Sessel presst.

© Columbia Tristar
© Columbia Tristar

Der ganze Film hat einen sehr künstlichen Touch. Kulissen sind klar als solche erkennbar. Aber gerade das passt in meinen Augen perfekt zu einer Verfilmung Draculas. Es könnte genauso ein Bühnenstück sein. Besonders beeindruckend sind natürlich die (bis auf eine kleine Ausnahme) praktischen Effekte. Das ursprünglich zugeteilte Effekte-Team wollte Coppola anfangs davon übereugen, dass seine Wünsche nur mithilfe der zu der Zeit immer wichtiger werdenden digitalen Effekte umgesetzt werden könnten. Das imponierte Coppola zum Glück wenig und er ersetzte die ursprüngliche Crew durch seinen Sohn Roman, der zusammen mit einigen Effekte-Größen der Branche nochmal die volle Bandbreite handgemachter Effekte auffuhr: Matte-Paintings, Miniaturen, Projektionen und natürlich ein herausragendes Make-Up.

© Columbia Tristar
© Columbia Tristar

Aber auch Michael Ballhaus, der den Film übrigens als eine seiner besten Arbeiten bezeichnet, trug mit einer Vielzahl von verschiedenen Stilmitteln maßgeblich zu der surrealen Atmosphäre bei. Und dann ist da natürlich noch Gary Oldman, der den Grafen schlichtweg perfekt verkörpert und vergessen lässt, dass nicht bei allen Castingentscheidungen für den Film ein so glückliches Händchen bewiesen wurde.

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