Die Top 8 der vielleicht nicht ganz so bekannten besten Film-Tracks der 80er-Jahre!

Jeder kennt „What A Feeling“ aus Flashdance (1983), „Don’t You (Forget About Me)“ aus Breakfast Club (1985) oder das „Axel F“-Theme aus Beverly Hills Cop (1984), um nur ein paar der wirklich bekanntesten Vertreter zu nennen. Entweder sind sie einem vertraut durch die Filme, aus dem Radio oder durch (größtenteils) unsägliche, lieblose Cover-Versionen. Sie repräsentieren die Mainstream-Musik der 80er und prägten diese Ära entsprechend.

Es gibt aber auch unzählige Film-Songs, die nicht weiter auffielen, im Radio kaum zu hören sind (ob einige jemals zu hören waren, kann ich aufgrund meines spritzigen Alters nicht sagen) oder ich persönlich toll finde und eng mit ihren jeweiligen filmischen Plattformen in Verbindung bringe. Hier acht Empfehlungen meinerseits:

It’s A Long Road – Dan Hill („Rambo“, 1982)

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© Studiocanal

„Rambo – First Blood“ ist mehr Drama mit Action-Elementen als Actionfilm, worunter man die Nachfolger einordnen kann. Im ersten Teil geht es um den gebrochenen Kriegs-Veteranen John Rambo, der zurück zu Hause ein Außenseiter-Dasein fristet und alles andere als willkommen geheißen wird – bis die Dinge sich zuspitzen …

All die Wut, die Verzweiflung und Enttäuschung, die Stallone als tragischer Held verkörpert, fangen Sänger Dan Hill und Komponist Jerry Goldsmith hervorragend im emotionalen „It’s A Long Road“ ein. Nachdem Rambo im Finale seinem Ärger Luft gemacht und sich dem entgegengebrachten Hass widersetzt hat, scheint Hoffnung aufzukeimen und Dan Hills Stimme kommt zum Einsatz, während der Abspann beginnt. Mitreißender kann das Zusammenspiel zwischen Musik und dem Ende einer emotionalen Achterbahnfahrt kaum sein. Auch ohne die Bilder aus dem Film im Kopf zu haben, sorgt das Lied für Gänsehaut!

Der Song kam auch im vierten und (bisher) letzten Teil neu interpretiert zum Einsatz. Nicht ganz so berührend, dennoch wirkungsvoll!

Holiday Road – Lindsey Buckingham („Die schrillen Vier auf Achse“, 1983)

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© Warner Bros. Entertainment Inc.

Höre ich den Song, denke ich an den Film. Denke ich an den Film, habe ich unweigerlich den Song im Kopf. Beides zu trennen ist unmöglich. Lindsey Buckinghams Feel-Good-Hit und die schrägen, stets liebenswerten Aktionen des tollpatschigen Familienoberhaupts Clark Griswold (Chevy Chase ist grandios!) sind ein Paradebeispiel klassischer Konditionierung. Bis heute ist es mir allerdings ein Rätsel, was dieses Hundebellen (?) am Ende des Liedes bedeuten soll.

Der Film selbst ist zeitloses Comedy-Kino und zündet auch heute nach über 30 Jahren noch – wenn man denn mit den Figuren sympathisiert.

Burnin‘ In The Third Degree – Tahnee Cain & The Tryanglz („Terminator“, 1984)

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© Filmverlag der Autoren GmbH & Co. Vertriebs KG

Dieser Song steht stellvertretend für den fünf Lieder umfassenden Soundtrack, beigesteuert von den Interpreten Linn Van Hek, Tryanglz und 16mm, und untermalt den schicksalhaften Moment, als der Terminator auf der Suche nach Sarah Connor megacool durch den Club Tech-Noir spaziert. Als er sie entdeckt, beginnt er in Zeitlupe auf sie zuzulaufen, während das Lied – nun mit mehr hallendem Effekt – das Unheil ankündigt, bevor Kyle Reese… ach, man muss die Szene gesehen haben. Sie bildet nur eine von vielen Passagen des Films, die beweist, wie eindrucksvoll James Cameron und seine Post-Production-Crew es schaffen, Musik, Bild und Schnitt zu einem intensiven Ganzen zu verweben.

Eine meiner letzten Musikkassetten, die ich mir gekauft habe, war der Soundtrack zu „Terminator 1“. Auf dieser befand sich auf der A-Seite der atmosphärische Score von Brad Fiedel und auf der B-Seite die fünf Tracks der genannten Interpreten.

Dance Hall Days – Wang Chung („Leben und sterben in L.A.“, 1985)

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© MGM / 20th Century Fox

Dieser Film hat die Zutaten, die es braucht, um mich für einen Film zu begeistern, ohne die Inhaltsangabe kennen zu müssen: Ein Cop, Los Angeles, 80er-Jahre! Und einen eingängigen Ohrwurm!

Okay, diesen Song kennt man bestens aus dem Radio und er gehört zu den bekanntesten der Band und des Jahrzehnts. Aber er harmoniert einfach perfekt mit meinem Lieblingsfilm von William Friedkin, steht mit seinem beschwingten Sound aber auch im krassen Kontrast zum harten Ton des Thrillers, der mit überraschend bösen Momenten punktet. Außerdem verleiht der Track Hauptdarsteller William Petersen den Rest Coolness, die an einem versmogten Tag in der Unterwelt von L.A. nötig ist, um im Katz- und Maus-Spiel mit Willem Dafoe mitzuhalten.

No Easy Way Out – Robert Tepper („Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts“, 1985)

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© 20th Century Fox

Kennt ihr das? Ihr habt einen Song schon mindestens 10 Jahre, wenn nicht sogar länger, nicht mehr gehört und dann stoßt ihr auf diese verloren geglaubte Erinnerung aus den Tiefen des Langzeitgedächtnisses. Ganz zufällig, im Internet, durch einen Kollegen oder in einer Bar, die nicht nur „Major Tom“ und „Summer of ’69“ spielt. Egal wie und wo, dieses Gefühl ist immer das Gleiche: Euphorie gepaart mit allerfeinster Nostalgie. So erging es mir vor einiger Zeit, als ich zufällig auf diesen Kracher gestoßen bin.

Binnen Millisekunden schoßen mir diese wunderbar angenehmen Brocken aus meiner Kindheit durch den Kopf: als Papa mich mit Filmen von Arnie und Sly filmisch sozialisiert hat, der eingeölte Rocky, wie er bis zur Erschöpfung trainiert, der noch mehr eingeölte Dolph Lundgren als sein russischer Gegner Ivan Drago im Boxring, der Zusatz „IV“ im Titel und die ersten Lehrstunden im Verstehen römischer Ziffern. Keine Ahnung mehr, was in dem Film passiert. Aber der Teil gehörte, soweit ich weiß, zu meinen Favoriten der Reihe, gerade wegen des Songs von Robert Tepper, der aus jeder Note, nein, aus jeder Pore 80er-Flair schwitzt und ordentlich nach vorne geht! Das offizielle Video tut es übrigens auch …

Ein ähnliches Erlebnis wie bei diesem Song hatte ich übrigens auch bei „Burning Heart“. Der Track von Survivor findet sich ebenfalls auf dem Soundtrack des vierten Teils (Irre!) und ist nach dem ausgeleierten „Eye of the Tiger“ der zweite Beitrag der Band zur Film-Reihe.

Cry Little Sister – Gerard McMann („The Lost Boys“, 1987)

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© Warner Bros. Entertainment Inc.

Joel Schumachers Vampir-Streifen ist ein klassisches 80s-Vehikel. Eine Biker-Gang, bestehend aus Blutsaugern, die mühelos als Glam-Rock-Band durchgehen könnten, Corey Haim (Gott, hab‘ ihn selig) und eine stimmige Musikauswahl. Highlight des Soundtracks bildet Gerard Mc Manns „Cry Little Sister“. Der mystisch angehauchte, von Goth-Elementen inspirierte Track bildet sozusagen das Main Theme des Films.

Spätestens, wenn der hypnotisierende Refrain einsetzt, schwebt man über den vermeintlich friedlichen, kalifornischen Küstenort Santa Clara, getragen von sanften Frauenstimmen, die einen erst wieder aus dem Trancezustand entlassen, wenn das Lied zuende ist.

I Want Your (Hands On Me) – Sinead O’Connor feat. MC Lyte („Nightmare on Elm Street 4“, 1988)

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© New Line Cinema

Der vierte Teil meiner Lieblings-Horror-Filmreihe war der erste Nightmare, den ich gesehen habe. Damals, Ende der 90er, als er nachts auf RTL2 lief. Action-Spezi Renny Harlin („Stirb langsam 2“, „Cliffhanger“) durfte hier Regie führen. Der Finne hat nicht unbedingt den stärksten, dafür aber mit einem US-Einspielergebnis von knapp 50 Mio. Dollar kommerziell erfolgreichsten Teil der gesamten Reihe abgeliefert. Meine Nummer 1 ist er auch nicht, aber es war, wie gesagt, der erste Film mit Freddy, den ich gesehen habe und er hat mich zum Fanboy gemacht und meine Begeisterung für das Franchise geweckt. Das reicht ja wohl! Außerdem, und diesbezüglich ist er meine Nummer 1, hat er von allen Teilen den besten Soundtrack. Ich spreche nicht vom Score, da rangiert ungeschlagen Wes Cravens Original ganz oben. Neben Dramaramas „Anything, Anything“ und dem fetzigen Opener „Nightmare“, eingesungen von Hauptdarstellerin Tuesday Knight, ist es Sinéad O’Connors poppige Dance-Nummer „I Want Your (Hands On Me)“, die sowohl Debbies schmerzhafte und ekelerregende Transformation als auch die End Credits einläutet.

Viele wettern oft gegen den zweiten Teil, dessen krude Story, schlechte Darsteller, unfreiwilige Komik und ja, der latent homoerotische Unterton macht sich in so gut wie jeder Szene bemerkbar, aber der Song „Touch Me (All Night Long)“ von Wish feat. Fonda Rae, zu dem Protagonist Jesse in seinem Zimmer tanzt, bevor er von Mutter und Love Interest ertappt wird, hat es nicht in die Top 8 geschafft, sei aber an dieser Stelle „wärmstens“ empfohlen!

On Our Own – Bobby Brown („Ghostbusters 2“, 1989)

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© Sony Pictures Home Ent.

Zwar kommt die Fortsetzung nicht ganz an den ersten Teil heran (Marshmallow-Man, hallo?!), bietet dennoch tolle Momente. Da wäre die durch New York stampfende Freiheitsstatue, die Scoleri-Brüder(!) und Songs von Jackie Wilson, Run DMC und dem oben genannten Prügelknaben.

„On Our Own“ war sowohl in den Staaten (#2) als auch in Europa (Deutschland #18) recht erfolgreich in den Charts. Ich mag, wie vereinzelte Passagen des Liedes kurz vorm Finale des Films zur Dramaturgie beitragen und die vier Geisterjäger in ihrem heldenhaften Auftreten verstärken.

Damit endet diese Liste, aber ein Jahrzehnt bombastischer Film-Tracks noch lange nicht. Gebt euch hier den 2. Teil der besten 80er-Jahre-Filmsongs und danach 12 bessere bekannte oder nicht ganz so bekannte Film-Tracks der 90er-Jahre!

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5 Gedanken zu “Die Top 8 der vielleicht nicht ganz so bekannten besten Film-Tracks der 80er-Jahre!

  1. Yeah richtig cooler Artikel! Besonders its a long road und on our own lösen bei mir die schönsten Kindheitserinnerungen aus 🙂 neben den Soundracks sind für mich die Synthesizer Scores von Vangelis oder Tangerine Dream mindestens genauso wichtig! Vllt als nächster Beitrag? 😉

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  2. Kindheitserinnerungen werden wach und der Großteil der Lieder begleitet einen ja immer noch.
    Bei mir laufen immer noch „Push it to the limit“ (Scarface) – gerade zum trainieren sehr gut.
    „Moving in stereo“ (Ich glaub´ ich steh´ im Wald) – leider nur kurz zu hören, aber oft parodiert und allein wegen Phoebe Cates eine empfehlenswerte Szene 😀
    „Jump in the line“ (Beetlejuice) – im Finale nochmal den ganzen Wahnsinn zusammengefasst.
    „Twist and shout“ (Ferris macht blau) – DER gute Laune Film der uns zeigt wie man das Leben genießen sollte und einer Paradenummer, der ich immer beiwohnen würde.
    „Hold on to the vision“ (Karate Tiger) – allgemein gehören den 80er-Jahre Montagesequenzen ganz klar eine eigene Liste spendiert!
    Man könnte das wohl endlos fortführen, aber einfach um erstmal ein paar aus dem Gedächtnis zu nennen 😉

    PS: Und „Higher and higher“ ist ja wohl der bessere Ghostbusters 2-Song…

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  3. „Higher and higher“ ist ne Granate, das stimmt, aber der Song ist von ’67 und hier geht es um Songs aus den 80ern zu Filmen aus den 80ern. Dasselbe also auch bei „Jump in the Line“ (absolute Zustimmung bzgl. dem Finale), „Moving Cars“ und „Twist and shout“. Mein Artikel, meine Regeln 😉

    „Hold on to the vision“ ist ja mal ganz groß! Irgendwie hat sich das wohl nie eingebrannt, sonst wär’s in der Liste gelandet, zumal ich den Film vor kurzem erst wieder gesehen habe – auf VHS! 😉

    Eine Liste mit 80er Montagesequenzen ist ne gute Idee. „We’re gonna need a montage!“

    Zu der Phoebe-Cates-Szene: in den Interviews auf der DVD erzählt die Produzentin(?), dass damals, als der VHS-Boom losging, der Film ziemlich oft ausgeliehen wurde und die berühmte Stelle die meisten Abnutzungserscheinungen (vom Pausieren und Vor- und Zurückspulen) hatte 😀

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